Familie: gesetzlich oder privat?

Der Rechner vergleicht über ein ganzes Berufsleben, was eine freiwillige gesetzliche Versicherung kostet und was Beihilfe mit privater Krankenversicherung kostet – für Beamtin oder Beamter, Ehegatte und Kinder, nach dem Beihilferecht des jeweiligen Landes.

Deine Angaben

Angenommener Lebensweg

Monatliche Beiträge im Vergleich

ZeitpunktGesetzlichPrivatDifferenz

Ergebnis

– Vorteil bis zur Pension mit 67
– Vorteil bis zum Alter von 85

So arbeitet der Familienrechner

Ob gesetzlich oder privat günstiger ist, entscheidet sich nicht im ersten Jahr. Es entscheidet sich über 40 Dienstjahre und den Ruhestand, mit Gehaltserhöhungen, Heirat, Kindern und Pension. Der Familienrechner rechnet diesen Weg Jahr für Jahr durch. Er zeigt, welcher Weg über das ganze Leben weniger kostet.

Was der Rechner rechnet

Für jedes Jahr ab der Verbeamtung auf Probe bis zum Alter von 85 vergleicht er zwei Wege. Der erste ist die freiwillige gesetzliche Versicherung: In Ländern mit pauschaler Beihilfe zahlst du dort den halben Beitrag, sonst den vollen, jeweils berechnet aus Grundgehalt und Familienzuschlag. Der zweite ist Beihilfe plus private Krankenversicherung für dich, deinen Ehepartner und deine Kinder, nach den Bemessungssätzen deines Landes. Die jährlichen Unterschiede werden auf heute abgezinst und addiert. So entsteht ein Barwert, also der Vorteil in heutigem Geld.

Annahmen

  • Typisierter Lebensweg: Heirat fünf Jahre nach Dienstbeginn, spätestens mit 30; Kinder ab zwei Jahre danach im Abstand von zwei Jahren; durchgehend A13 bis zur Pension mit 67.
  • Gehalt nach den Erfahrungsstufen deines Landes, fortgeschrieben mit 2,63 % pro Jahr; private Beiträge mit 3,9 %, gesetzlicher Beitragssatz mit 1,11 %, Beitragsbemessungsgrenze mit 3,25 % pro Jahr. Das sind Durchschnittswerte der Vergangenheit, keine Prognosen.
  • Private Krankenversicherung: recherchierte Marktbeiträge für Grundschutz mit Mehrbettzimmer mit 10 % Sicherheitsaufschlag; der Ehepartner ist privat versichert ab dem ersten Kind bis zehn Jahre nach dem letzten.
  • Abzinsung mit 3,5 % pro Jahr.

Rechenbeispiel: Niedersachsen, Jahrgang 2000, zwei Kinder

Gerechnet mit diesem Rechner, Datenstand 04.10.2026. Verbeamtung auf Probe 2028, Heirat 2030, Kinder 2032 und 2034, Pension 2067. Niedersachsen bietet die pauschale Beihilfe an, deshalb ist gesetzlich der halbe Beitrag angesetzt.

JahrGesetzlichPrivat mit BeihilfeMehrkosten gesetzlich
2028, Alter 28535,67 €288,48 €247,19 €
2034, Alter 34, zwei Kinder801,39 €598,44 €202,95 €
2050, Alter 50, zwei Kinder1.623,11 €702,14 €920,96 €
2067, Alter 67, Ruhestand2.109,96 €856,42 €1.253,54 €
Ergebnis: Bis zur Pension ist der Weg über Beihilfe und private Krankenversicherung 157.593 € günstiger, gerechnet in heutigem Geld. Bis zum Alter von 85 sind es 229.547 €.

Dieselbe Person ohne Kinder kommt bis 67 auf 187.453 €. Mit Kindern fällt der Vorteil kleiner aus, weil Kinder in der gesetzlichen Versicherung beitragsfrei mitversichert sind, privat aber eigene Beiträge kosten. In Nordrhein-Westfalen gibt es keine pauschale Beihilfe. Dort trägst du gesetzlich den vollen Beitrag, und derselbe Lebensweg ergibt einen Vorteil von 446.551 € bis 67.

Was die Tabelle über die lange Sicht zeigt

Am Anfang liegen die Wege noch nah beieinander. Mit jeder Erfahrungsstufe und jeder Besoldungserhöhung steigt aber der gesetzliche Beitrag, weil er vom Gehalt abhängt. Im Ruhestand steigt der Beihilfe-Bemessungssatz in der Regel auf 70 %, und privat musst du nur noch den Rest versichern. Die größte Wirkung entsteht deshalb in der zweiten Hälfte des Berufslebens und in der Pension. Gerade diese Jahre hat bei der Entscheidung im Referendariat kaum jemand vor Augen.

Grenzen des Modells

Der Rechner bildet einen typischen Lebensweg ab, keinen individuellen. Teilzeit, ein Wechsel des Bundeslandes, ein gut verdienender Partner, Vorerkrankungen oder ein anderer Tarif verändern das Ergebnis. Eine bekannte Schwäche: Das Grundgehalt erreicht in der letzten Erfahrungsstufe einen festen Wert, die Beitragsbemessungsgrenze steigt aber weiter. In den späten Jahren weist das Modell den gesetzlichen Beitrag deshalb zu hoch aus. Der Wert bis 67 ist belastbarer als der Wert bis 85.

Häufige Fragen

Warum ist der Vorteil der privaten Versicherung mit Kindern kleiner?

Kinder sind in der gesetzlichen Versicherung in der Regel beitragsfrei mitversichert. Privat braucht jedes Kind einen eigenen Tarif. Der Beitrag ist allerdings klein, weil die Beihilfe für Kinder meist 80 % der Kosten trägt.

Was bedeutet „Barwert“?

Ein Euro in 30 Jahren ist heute weniger wert als ein Euro heute. Der Rechner zinst deshalb jeden künftigen Unterschied mit 3,5 % pro Jahr auf heute ab. So lassen sich frühe und späte Jahre fair zusammenzählen.

Was ändert sich im Ruhestand?

Der Beihilfe-Bemessungssatz steigt in der Regel auf 70 %, der private Restkostenschutz wird kleiner. Der gesetzliche Beitrag wird dagegen weiter aus dem Ruhegehalt berechnet.

Wie unterscheidet sich das vom Rechner „PKV oder pauschale Beihilfe“?

Der andere Rechner zeigt die Entscheidung im Referendariat für eine ledige Person mit gleichbleibender Differenz. Der Familienrechner rechnet das ganze Leben mit Gehaltsentwicklung, Familie und Pension.

Kann ich das für meine Situation durchrechnen lassen?

Ja, kostenlos und unverbindlich, im Büro in Münster, per Video oder am Telefon: Termin buchen.

Stand der Daten: 04.10.2026. Grundlage sind die WUP-Masterdaten zu den 16 Ländern.